Es gab mehrere entscheidende Schlüsselmomente in meinem Leben, die mich zu diesem Heilungsweg brachten.
Ich praktiziere seit über 10 Jahren Zen-Meditation und bin inzwischen als Priester ordiniert. Schon sehr früh tauchten in meiner Meditation Schmerzen auf, immer in bestimmten Körperbereichen und unabhängig von der Dauer der Meditation. Ich lies mich auf Herz und Nieren medizinisch untersuchen, aber an den schmerzenden Stellen wurde nichts gefunden. Mit der Zeit lernte ich, mit meinem Atem diese Punkte innerlich zu berühren und je mehr ich mich diesen Schmerzen zuwenden konnte, desto mehr öffneten sie sich und Bilder und Geschichten tauchten auf.
Ich vertiefte die von meinem Zen-Lehrer angestoßene Meditationstechnik der „inneren Alchemie“, einer Verschmelzung von buddhistischen und daoistischen Methoden zur Transformation des Geistesinhaltes, mit dem Hauptaugenmerk auf „Neidan“ und dem inneren Elixier. Die Basis dafür ist ein Text aus dem 11.-12. Jahrhundert aus China, „T´ai I Chin Hua Tsung Chic“, was übersetzt soviel wie „die Erfahrung der goldenen Blüte“ bedeutet.
Thomas Cleary, der den Basistext auch übersetzte, beschreibt in seinem Abschlusskommentar sehr eindeutig das psychotherapeutische Potential der Praxis der inneren Alchemie, um auf mentaler Ebenen mit sich selbst in Kontakt zu kommen, neurotische Impulse aufzulösen und sie zu transformieren. Dies war der erste entscheidende Moment für mich.
Der zweite einschneidende Moment war, als ich bei einer Meditation mit einer Gruppe im Gefängnis bei der Haltungskorrektur einen Insassen gleichzeitig mit einer Hand am Herzen und mit der anderen Hand am Rücken aufrichtete. Ich spürte in diesem Moment etwas, was schwer zu beschreiben ist und was ich auch hier in der geforderten Kürze und ohne direktes Gegenüber nicht beschreiben kann, was ich aber auf der Matte erfahrbar machen kann.
Der dritte Moment war, als ich in einem Buch einen meiner Schmerzpunkte als Traumapunkt eines sehr speziellen Meridians wiedererkannte. Die psychoemotionale Wirkung einer Behandlung dieses Punktes und die davon erhoffte Auflösung des Traumas waren genau beschrieben.
Ich fand Menschen, die all diese Erkenntnisse mit mir auf der Therapiematte zu erkunden begannen, vertiefte durch Fachliteratur mein Wissen und fand eine sehr erfahrenen Körperpsychotherapeutin, die diesen Prozess begleitete.
Über die Jahre hat sich daraus eine eigene Form der energetischen Köperarbeit entwickelt, die ich mit meinen KlientInnen permanent weiter erforsche und entwickle.
Inzwischen gibt es mehrere WeggefährtInnen und eine Vielzahl von Menschen, die mit dieser Methode ihren psychoemotionalen Themen näher gekommen sind und diese auch aufarbeiten konnten.

Die Basis meiner Arbeit ist es, einen speziellen Raum zu öffnen, körperlich und geistig, um eine innere Entfaltung zu ermöglichen und somit die Basis für eine selbstorganisierende Veränderungen zu schaffen.
Die Grundlage dafür liegt einerseits in der Meridianlehre der traditionellen chinesischen Medizin. Wir beziehen uns dabei nicht auf die traditionelle chinesische Medizin, sondern auf die darin enthaltenen und in den letzten Jahren erforschten Möglichkeiten der Transformation von psychoemotionalen  Themen über eine spezielle Meridiangruppe.
Wir bedienen uns auch der oben erwähnten daoistischen Lehre der inneren Alchemie, in der Tradition der Neidan-Lehre, die mir von meinem ersten Zen-Lehrer Zentatsu Baker Roshi näher gebracht wurde. Gepaart mit der yogischen und tantrischen Kultur meiner Zen-buddhistischen Praxis ergibt sich daraus ein Mix aus alten, asiatisch-traditionellen Erkenntnissen. Diesen habe ich noch erweitert mit Methoden aus dem Werk von Wilhelm Reich und seinen Schülern und der Erfahrung aus mehreren tausenden Stunden Betreuungstätigkeit in der Seelsorge und vielen hundert Stunden mit Klienten auf der Matte.
Alles zusammen ergibt ein reiches Feld an Werkzeugen für einen individuell gestalteten Heilungsweg.
Dies ist kein medizinisches Angebot, kann aber als Unterstützung von klassischen schulpsychologischen und schulmedizinischen Anwendungen dienen.

Der kontemplative Prozess, der in der Entfaltung von dem, was sich im Moment zeigt, beginnt, kann in einer selbstorganisierenden Auflösung und somit Veränderung enden.  Es handelt sich dabei um eine Art der Transzendierung, eine auch im Westen über Jahrhunderte hinweg praktizierte Methode um psychische Leiden zu lindern.
Im Erforschen der eigenen Leiblichkeit übernimmt der Atem eine Schlüsselfunktion. Mit unserem Atem lässt sich Schicht für Schicht unseres Körpers entdecken und somit eine neue Art von Körperbewusstsein entwickeln, welche weit über unsere kulturell angelernte Körperwahrnehmung hinausgeht. In diesem Erforschungsprozess können wir lernen, unsere eigene innere Welt wahrzunehmen und zu entwickeln. Wir können damit auch unseren inneren Blockaden näherkommen. Bei diesen Blockaden handelt es sich meist um Manifestationen ungeklärter, noch offenen Geschichten aus unserer Vergangenheit. Ich spreche dabei gerne von unseren unaufgelösten Verwicklungen und Verstrickungen, oft schon beginnend vor unserer Geburt, im Mutterleib.

Es entsteht eine neue Form der kontemplativen, selbstorganisierenden Körper–Herz–Geist–Methodik, – wir nennen sie: „contemplative touch“.

 


Die innere Landkarte -Nei Jing Tu